Urban Forestry
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Grüne Strassenräume für Rapperswil-Jona
Unsere Stadt von morgen gestalten
Die Arbeit von Roman Coray zeigt eine Vision für die grüne Stadtentwicklung von Rapperswil-Jona. Im Hochsommer in der Stadt spürst du die drückende Hitze. Städte heizen sich besonders stark auf, weil versiegelte Flächen wie Beton und Asphalt die Wärme speichern. Es entstehen sogenannte Hitzeinseln – Bereiche, in denen es deutlich wärmer ist als in der Umgebung. Angenehme Kühle findest du dagegen unter Bäumen. Ihr Blätterdach spendet nicht nur Schatten, sondern kühlt die Umgebung aktiv durch Verdunstung ab.
Schon Napoleon Bonaparte wusste den natürlichen Baumschatten zu nutzen: Entlang wichtiger Routen liess er gezielt Baumalleen pflanzen, damit seine Soldaten im Schatten marschieren konnten. So bedeutet das Wort «Allee» auch ganz einfach «gehen» auf französisch.
Die Stadt, in der wir morgen leben wollen
Bäume spenden kühlen Schatten, während sich Städte stetig aufheizen – die Lösung
liegt nahe: mehr Grün im urbanen Raum schafft mehr Lebensqualität. Städte, die Grünflächen bewusst fördern und integrieren,
begegnen aktiv dem Klimawandel und steigern nachweislich das Wohlbefinden ihrer
Bewohner:innen.
Wie und wo kann in einer bereits dicht bebauten Stadt noch mehr Grün entstehen?
Verborgene Chancen im Strassenraum
Die Antwort liegt direkt vor unserer Haustür: im Strassenraum. Einen grossen Teil des öffentlichen Raumes nehmen versiegelte, breite und primär auf den Autoverkehr ausgerichtete Strassen ein. Gleichzeitig schlummert in ihnen ein enormes Potenzial für mehr Grün und eine höhere Lebensqualität.
Räume neu denken und Platz gewinnen
Im Rahmen seiner Arbeit erfasste Roman Coray alle Strassen, analysierte den Baumbestand und entwickelte darauf aufbauend eine Vision für neue Nutzungen. Im Zentrum steht die gezielte Umgestaltung des Strassenraums – exemplarisch angewendet im Quartier Eichfeld in Rapperswil-Jona.
• Einbahnstrassen statt Gegenverkehr: Quartierstrassen brauchen weniger Platz, wenn sie nur noch in eine Richtung befahren werden.
• Tempo 30 statt 50: Langsamer Verkehr erlaubt schmalere Fahrbahnen und schafft zusätzlichen Raum.
• Gewonnenen Raum neu verteilen: Frei werdende Flächen werden zu Multifunktionsstreifen mit Strassenbäumen, Grünflächen und Aufenthaltsbereichen. Der Strassenraum ist dadurch nicht mehr nur Verkehrsfläche, sondern wird vielseitiger, lebendiger und attraktiver.
Datum
Do., 7.5.2026
– So., 10.5.2026
Das Umgestaltungskonzept zeigt: Mit angepasster Verkehrsführung und kluger Flächenumverteilung lassen sich versiegelte Flächen reduzieren und neue Grünräume schaffen – ohne die Funktionalität der Stadt einzuschränken oder Parkplätze zu verlieren. So werden Strassen vielseitiger, bieten Raum für Begrünung und erhöhen die Lebens- und Aufenthaltsqualität im ganzen Stadtgebiet.
Multifunktionsstreifen ermöglichen die Begrünung von Strassenräumen auf einer oder beiden Seiten und schaffen gleichzeitig Platz für vielfältige Nutzungen.
Was Bäume leisten können
Bäume sind weit mehr als nur ein schönes Element im Stadtbild. Sie erfüllen zahl-
reiche Funktionen, die direkt spürbar sind:
• Kühlung
• Verbesserte Luftqualität
• Lärmschutz
• Wohlbefinden
• Biodiversität
Potential in Rapperswil-Jona
Quartier Eichfeld: 256 zusätzliche Bäume
Hochgerechnet auf ganzes Stadtgebiet: 2’541 neue Strassenbäume
Abschlussarbeit CAS Urban Forestry (Städtische Forstwirtschaft)
Verfasser: Roman Coray
Betreuung: Prof. Mark Krieger, OST – Ostschweizer Fachhochschule
Redaktion: Anina Ringer / Michael Rüegg